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ISARKIESEL 2022

Isarkiesel Sommer 2022 - Workshop „Plastikfrei(er) Leben“

Workshop „Plastikfrei(er) Leben“

Nachdem wir unseren Plastikfrei-Workshop schon für letztes Jahr im November geplant hatten, waren wir nun sehr froh, dass er endlich unter entspannten Bedingungen stattfinden konnte. Am 10. Juli 2022 haben sich die Isarkiesel dafür an der Grundschule mit der Ökologin und Naturpädagogin Melanie Eben getroffen. Unter ihrer Leitung wollten wir zusammen mit den Kindern einmal genauer hinschauen und untersuchen, wodrin wir überall Plastik finden und was daran eigentlich das Problem ist?

Da es ein sehr frischer Morgen war, haben wir zum Einstieg mit einem lustigen Aufwärmspiel begonnen. Alle Kinder, welche bestimmte Alltagsgegenstände wie Brotdosen, Trinkflaschen oder Zahnbürsten aus Plastik benutzen, sollten einen Hampelmann machen. Daraufhin sollten die Jungs und Mädchen einmal den Inhalt ihres Rucksacks auspacken und in drei Bereiche sortieren: aus Plastik, nicht aus Plastik und gemischt. Dabei landete leider nicht viel auf dem vollständig plastikfreien Haufen. Der überwiegende Teil war zumindest teilweise aus Kunststoff und es wurde sehr deutlich, wie viel Plastik wir eigentlich tagtäglich benutzen: Angefangen bei Kunststoff-Brotdosen, Schüsseln, Flaschen über Kuscheltiere, Jacken, Schuhe und Rucksäcke, die zu großen Teilen aus synthetischen Fasern bestehen.

Als nächstes hat Melanie die Kinder gebeten, bestimmten Gegenständen spielerisch ihre Zersetzungszeit zuzuordnen. Und das war ganz schön schwierig. Nachdem ein Apfel ca. 6 Wochen benötigt, um in der Natur zu verrotten, braucht eine dünne Plastiktüte bereits 10 bis 20 Jahre. Besonders überraschend war, dass eine herkömmliche Windel rund 400 Jahre benötigt, bis sie sich wieder zersetzt hat – und dann erst einmal nur in Mikroplastik. Wenn man bedenkt, wie viele Windeln nur ein einziges Kleinkind benötigt, kommt da richtig viel Müll zusammen. Dies wurde noch deutlicher, als Melanie den Isarkieseln Bilder von riesigen Müllbergen, in Plastiknetzen verfangenen Tieren oder dem im Ozean treibenden Plastik-Strudel von einer 4,5-mal so großen Fläche wie Deutschland, gezeigt hat.

Aber um nicht all zu düstere Stimmung aufkommen zu lassen, hat Melanie natürlich den Kindern auch aufgezeigt, was jeder einzelne von ihnen tun kann, um den eigenen Plastikmüll zu reduzieren. Dafür hat sie ein umgewandeltes Memory vorbereitet, bei dem alltäglichen Gebrauchsgegenständen, die für gewöhnlich aus Kunststoff sind, plastikfreie Alternativen zugeordnet werden mussten: Darunter waren zum Beispiel Zahnbürsten aus Bambus statt Plastikbürsten, Zahnputztabletten statt Zahnpastatuben, Stoffbeutel statt Plastiktüten, Bienenwachstücher statt Frischhaltefolie, Glasflaschen statt Plastikflaschen und neben weiteren anderen Sachen auch feste Seife statt Flüssigseife. Und damit ging es dann endlich an die praktische Umsetzung. Die Kinder durften eigene plastikfreie Blütenseife herstellen. Denn in Flüssigseife steckt abgesehen von der Verpackung auch meistens Mikroplastik. Dafür mussten die Kinder erst einmal ein Stück Bio-Kernseife mit der mitgebrachten Käsereibe klein raspeln. Dies wurde dann mit etwas Olivenöl, Wasser, ein paar Tropfen Duftöl und den vorher getrockneten Blütenblättern gemischt. Wer wollte, konnte auch noch etwas Lebensmittelfarbe dazugeben. Dieses Gemisch musste dann gut durchgeknetet werden und konnte anschließend zu schönen Seifenstückchen geformt werden. Dabei war der Kreativität keine Grenzen gesetzt und die Jungs und Mädels hatten viel Spaß dabei. So ist ein sehr interessanter Workshop zu Ende gegangen, bei dem unsere Isarkiesel neben der tollen Blütenseife viele nützliche Tipps mit nach Hause nehmen konnten. Sicherlich kann man sein Konsumverhalten nicht von heute auf morgen umstellen, aber wenn alle Schritt für Schritt weniger Plastik verbrauchen, ist damit auch schon sehr viel gewonnen. An dieser Stelle möchten wir noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an Melanie aussprechen, die diesen informativen Workshop für uns geleitet hat.

Eine Anleitung, um selbst Seife herzustellen, findet ihr hier:
https://utopia.de/ratgeber/seife-selber-machen-anleitung-mit-natuerlichen-zutaten

Katrin Horn

Impressionen Workshop "Plastikfrei(er) leben"

Isarkiesel Frühling 2022 - Auf den Spuren der Wölfe

Gemüsebeet und Wölfe

Lang hat es gedauert, aber endlich konnten wir mal wieder ein richtiges Isarkiesel-Treffen in der Natur veranstalten. Und darauf haben wir uns alle sehr gefreut. Mit 10 Kindern haben wir uns zunächst an unserem Isarkiesel-Beet getroffen. Dort haben wir uns genau angeschaut, was wir für die diesjährige Gartensaison geplant haben - zum Beispiel Kartoffeln, Gurken, Knoblauch und Kohlrabi. Aber natürlich durften die Kinder auch selbst gärteln und neben dem notwendigen Unkraut zupfen auch ihre bereits vorab herangezogenen Erbsenpflänzchen in die Erde bringen. Dafür hatten Kristina und Katrin vor einigen Wochen allen Isarkieseln Erbsensamen mit kleinen Töpfchen vorbei gebracht. Zu guter Letzt haben wir noch ein paar Tomatenpflanzen eingesetzt und sind nun sehr gespannt, welche Ernte wir dieses Jahr einfahren können.

Nachdem das geschafft war, sind wir alle zusammen mit einem kurzen Spaziergang in den Wald am Isarhochufer gegangen. Dort angekommen haben wir uns zunächst mit der mitgebrachten Brotzeit gestärkt, bevor wir uns einem der spannendsten Wildtiere gewidmet haben - dem Wolf. Die Jungen und Mädchen sollten zunächst aus verschieden Tierspuren die des Wolfes herausfinden, was gar nicht so einfach war. Neu war für uns, dass der Wolf seine Hinterpfoten genau in die Spuren der Vorderpfoten setzt und so eine ganz besondere Spur entsteht. Zudem haben wir viele Fakten über das Leben der Wölfe zusammen getragen und erfahren, wie es dazu kam, dass der Wolf über 150 Jahre lang in Deutschland als ausgerottet galt und nun endlich wieder zurückgekehrt ist. Bei einem lustigen Fangspiel zwischen Wölfen und Schafen konnten sich die Kinder so richtig auspowern, um anschließend bei einem spielerischem Quiz noch viel Wissenswertes zu erfahren. Zum Beispiel steht der Wolf seit 1990 unter Schutz und inzwischen gibt es wieder 128 Wolfsrudel in Deutschland und das mit durchschnittlich 8 Tieren pro Rudel. Wir haben gelernt, wie sich die Rudel mit den Anführern dem Leitwolf und der Leitwölfin zusammensetzen, was Wölfe fressen und warum sie auch als Gesundheitspolizei bezeichnet werden.

Zum Abschluss haben wir noch eine sehr spannende Runde Werwolf gespielt, wobei jetzt alle Kinder wissen, dass der Werwolf natürlich nur ein Mythos ist. Es war also rundum ein sehr spannendes und gelungenes Isarkiesel-Treffen.

 

Katrin Horn

Impressionen Isar